Lubefu (4°43’S, 24°26’O)

Lubefu, benannt nach dem gleichnamigen Fluss, ist ein 12.230 km² großes Territorium in der Demokratischen Republik Kongo. Es ist Teil des Distrikts Sankuru in der Provinz Kasaï Oriental mit einer Bevölkerung von etwa 330 000 EinwohnerInnen. Sie verteilen sich überwiegend auf die Volksgruppen der Tetela und der Basonge mit jeweils eigener Sprache.
Die ehemalige Kolonialmacht Belgien hinterließ auch in Lubefu ihre Verwaltungssprache (Französisch) und -struktur.
So ist Lubefu-Centre auch heute Verwaltungssitz des Territoriums Lubefu.

In Äquatornähe, am Übergang von der Savanne zum Regenwald, liegt Lubefu innerhalb des Kongos geographisch zentral, aufgrund der maroden Verkehrswege ist es allerdings nur schwer zugänglich. Bis heute leidet es wie andere Landstriche im Kongo an der Vernachlässigung der Binnenwirtschaft als Folge der kolonialen Ausbeutung. Gleichzeitig verfügt es über immense natürliche und humane Potentiale, die schlichtweg brachliegen. Neun Monate Regenzeit im Jahr schaffen günstige Voraussetzungen für die Landwirtschaft.

Durch das ruinöse Mobutu-Regime und die Kriege bis zum Jahr 2003 ist Lubefu bis heute seiner Infrastruktur beraubt und die Menschen leben immer noch in großer materieller Armut.

Viele Familien besitzen nicht einmal Hacken oder Macheten, um sich in der Landwirtschaft zu betätigen. Staatlicherseits besteht keinerlei Unterstützung, so dass die Menschen medizinische Versorgung und Schulbildung selbst finanzieren müssen.
Außerhalb der Landwirtschaft gibt es wenige Berufschancen.
Lehrkräfte werden vom Staat unzureichend bis gar nicht bezahlt und sind deswegen in der Regel schlecht motiviert.
Auch Verwaltungsangestellte sind auf ihre eigenen Felder angewiesen, da auf die staatlichen Gehälter kein Verlass ist.
Es gibt wenige Handwerker (Schmiede, Schreiner), die mit einfachsten Werkzeugen aber großem Einfallsreichtum arbeiten.

Lubefu lässt sich von der Hauptstadt Kinshasa aus nur über einen Inlandsflug bis Tshumbe (ca. 900km) und von dort aus auf dem Landweg (150km) erreichen. Straßen und Brücken sind in einem katastrophalen Zustand, so dass das Territorium allgemein als unzugänglich gilt.
Für den Transport von Waren kommt noch der Weg von Kinshasa über die Flüsse Kongo, Kasaï, Sankuru und Lubefu bis zum provisorischen Hafen Kela in Frage. Schiffe verkehren jedoch sehr selten und sind monatelang unterwegs.