Hintergrund: Landwirtschaft im Kongo

Die Landwirtschaft wurde im Kongo in den letzten Jahrzehnten sträflich vernachlässigt. Während der Kolonialzeit gab es das System des vorgeschriebenen Anbaus: die Kolonialregierung diktierte den Bauern Produkte und Anbaumethoden insbesondere für Exportprodukte wie Baumwolle und Palmöl.
Dies erklärt, warum heute die landwirtschaftlichen Kenntnisse unter der ländlichen Bevölkerung unzureichend sind und die Landwirtschaft als Ort jahrzehntelanger Zwangsarbeit diskreditiert ist.
Aufgrund der Armut sind jedoch heute auf dem Land zwangsläufig fast alle in der Subsistenzwirtschaft aktiv, auch Lehrer/innen, Verwaltungsangestellte etc.

Ein Hauptnahrungsmittel im Kongo ist der Maniok (Cassava), der zwar anspruchslos ist und gute Erträge abwirft, jedoch wenig Nährstoffe besitzt und leicht zu Fehlernährung führt. Der Kongo verfügt über riesige landwirtschaftlich nutzbare Flächen und stellt eine potentielle Kornkammer dar. Da jedoch nur 3-10% bewirtschaftet werden, müssen Grundnahrungsmittel wie Mehl importiert werden.

In Lubefu herrscht neun Monate lang Regenzeit, d.h. man kann fast ganzjährig pflanzen und mehrere Ernten pro Jahr erzielen. Trotz dieser guten Bedingungen besteht für Überschussproduktion bisher wenig Anreiz, da wegen der fehlenden Transportwege die Nahrungsmittel verderben würden.

Neben dem Ackerbau existiert eine bescheidene Kleinviehhaltung (Geflügel Ziegen, Schweine) und Fischzucht. Landwirtschaftliche Geräte sind Mangelware. Die Felder werden von Hand mit Hacken und Macheten bearbeitet, wobei auch Kinder ab 5-6 Jahren mitarbeiten müssen.
Da sich die Haustiere überall frei bewegen, werden die Felder weitab von den Dörfern angelegt und erfordern somit kilometerweite Fußmärsche.
Leider wird immer noch häufig Brandrodung angewendet, die den Böden schadet.